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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Bildungsplan der Förderschule

  


  • Was sind die Grundlagen des Bildungsplans Förderschule 2007?

Grundlagen des Bildungsplans Förderschule 2007 sind die Bildungspläne 2004 der Grundschule und der Hauptschule, aus sonderpädagogischer Sicht die "Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit" (ICF) und der "Index für Inklusion". Einbezogen wurden auch die Ergebnisse aus der Resilienzforschung und neuere wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neurophysiologie. In die Entwicklung wurden des Weiteren die Erfahrungen aus der Arbeit mit dem Bildungsplan von 1990 sowie alle strukturellen und organisatorischen Weiterentwicklungen an Förderschulen in Baden-Württemberg einbezogen.

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  • Was ist die Philosophie des Bildungsplans Förderschule 2007?

Der Bildungsplan benennt Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, ihre Aufgaben und Probleme in unterschiedlichen Situationen eigenständig und eigenverantwortlich zu lösen. Der Erwerb dieser Kompetenzen ermöglicht ihnen eine emotional befriedigende und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Erstmals definiert der Bildungsplan auch Verbindlichkeiten für die Schule, die eine am Kind ausgerichtete Bildung und Erziehung, eine individuelle Begleitung sowie die Bereitstellung der dafür notwendigen Lernumgebung gewährleisten. Zentrales Ziel des Bildungsplans ist einerseits, den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, ihre Potenziale bestmöglich zu entfalten und andererseits den Schulen weitreichende und umfassende Gestaltungsspielräume zu ermöglichen, damit sie als eigenständige und selbstverantwortliche Institutionen das für sie passende Schulprofil entwickeln können.

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  •  Was sind Kompetenzen und Anhaltspunkte?

Der den Bildungsstandards zugrunde liegende Kompetenzbegriff wurde von Hartmut von Hentig in der Einführung aller Bildungspläne der allgemeinen Schulen beschrieben und umfasst Haltungen, Einstellungen, Fähigkeiten und Kenntnisse.

Im Bildungsplan Förderschule 2007 beschreiben Anhaltspunkte beispielhaft möglichst konkret gefasste Situationen und Handlungen, an denen erkennbar wird, wie die mit der jeweiligen Kompetenz verbundenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse erworben werden können. Die Anhaltspunkte sind ausgehend von einfachen, konkreten hin zu komplexeren, abstrakteren Handlungs- und Wissensformen aufgelistet. Sie können ergänzt und verändert werden.

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  • Wie werden die im Bildungsplan Förderschule 2007 aufgeführten Kompetenzen erreicht, gesichert und überprüft?

Kompetenzen erwachsen aus der Bewältigung von Lern- und Handlungssituationen. Die Entwicklung erfolgt aufeinander aufbauend, im Sinne von sich steigernden und erweiternden Anforderungen. Die Kompetenzen des Bildungsplans sind als schulisches Erwartungsprofil formuliert, an welchem sich die individuellen Kompetenzerwartungen für die Schülerinnen und Schüler orientieren können und sollen.

Die Förderschule bietet den Schülerinnen und Schülern vielfältige Anlässe, um die erworbenen Kompetenzen kontinuierlich anzuwenden und zu sichern.

Wenn es um die Überprüfung von Kompetenzen geht, müssen Situationen gefunden werden, die es den einzelnen Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Nachweise ihrer fachlichen, methodischen, personalen oder sozialen Kompetenzen in konkreten Handlungs- und Anwendungssituationen zu erbringen.

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  • Was sind Verbindlichkeiten und Fragestellungen?

Verbindlichkeiten beschreiben Verpflichtungen, die jede einzelne Förderschule gegenüber den ihr anvertrauten Schülerinnen und Schülern wahrzunehmen hat. Sie zeigen auf, was sonderpädagogisch verantwortete Erziehung und Unterrichtskultur ausmacht.

Die Verbindlichkeiten weisen hin auf pädagogische und didaktische Voraussetzungen sowie auf Struktur- und Prozessqualitäten, die gegeben sein müssen, damit Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale bestmöglich ausschöpfen können.

Führen bei einer Schule die im Schulprogramm und im Schulcurriculum verankerten Angebote und die im Kollegium etablierten Problemlösungen auf Schülerseite nicht zu den erwarteten Kompetenzen, so ist es Aufgabe der Schule zu prüfen, wie sie unter Einbeziehung der Verbindlichkeiten ihre Arbeit verbessern kann.

Die aufgelisteten Fragestellungen zeigen beispielhafte Situationen und verlangen eine Reflexion darüber und Antworten darauf, inwiefern die Verbindlichkeiten an der Schule eingelöst sind. Die Fragestellungen sollen auch die Evaluation des Ist-Standes ermöglichen und die Erörterung von Veränderungsmöglichkeiten von Schule im Blick zu halten.

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  • Wie werden Bildungsbereiche mit Fächern und Fächerverbünden verknüpft?

Die Bildungsbereiche und die Fächer/Fächerverbünde sind gleichgewichtige Elemente für die Ausgestaltung der Handlungsfelder. Über die Handlungsfelder bietet die Schule Anlässe, damit die Kompetenzen aus den Bildungsbereichen und aus den Fächern/Fächerbünden gleichermaßen entwickelt werden.

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  • Gibt es eine Korrespondenz zwischen Verbindlichkeiten und Kompetenzen in der Spaltendarstellung?

Zwischen Kompetenzen und Verbindlichkeiten bestehen immer Zusammenhänge. In den Spalten des Bildungsplans sind Verbindlichkeiten und Kompetenzen nicht unbedingt parallel angeordnet. Ausgangspunkt in der Arbeit mit dem Bildungsplan kann zunächst die Auseinandersetzung mit den Kompetenzen oder mit den Verbindlichkeiten sein.

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  • Was bedeutet Individuelle Lern- und Entwicklungsbegleitung?

Das zentrale Ziel der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung ist die Sicherung von Aktivität und Teilhabe der Schülerinnen und Schülern. Lern- und Entwicklungsbegleitung stehen für einen Prozess, der zunächst die Potenziale und Bedürfnisse eines Kindes oder Jugendlichen umfassend wahrnimmt, diese beschreibt und durch die Bereitstellung passender Angebote die Entwicklungen von Schülerinnen und Schülern ermöglicht. Die Angebote ergeben sich in einem Abstimmungsprozess, der die Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler beachtet und die Möglichkeiten von Elternhaus, Schule und Lebensumwelt berücksichtigt. Die gemeinsamen Ziele und Vereinbarungen sind bei allen Beteiligten in der Regel überprüfbar.

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  • Gibt es ein Kerncurriculum?

Nein. Für die Förderschule wurden keine Bildungsstandards und keine Kerncurricula entworfen, denn die verbindliche Fixierung von Lernerwartungen innerhalb eines festen Zeitrahmens würde den Schülerinnen und Schülern nicht gerecht. Der Bildungsplan weist Kompetenzen aus, die zeitunabhängig in der Förderschule zu sichern sind.

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  • Wie entwickelt eine Schule ihr Schulcurriculum?

Der Bildungsplan Förderschule 2007 ist die Grundlage für die Entwicklung eines eigenen schulischen Curriculums. Die Umsetzung des Bildungsplans liegt also in der Verantwortung jeder einzelnen Schule.

Der Weg zur Entwicklung des Schulcurriculums beginnt bei der Erhebung des Ist-Standes an den Schulen. Bewährte Themen werden fortgeschrieben und neue Handlungsfelder aufgenommen. Unterricht entwickelt sich aus einer Vielzahl von Quellen: Förderbedarf und Interessen der Schülerinnen und Schüler, Bildungsplan, Ergebnisse aus der Evaluation des Unterrichts, Leistungsfeststellung, Themen aus dem Umfeld der Schule und aktuelle Ereignisse.

Die Handlungsfelder des Schulcurriculums führen die Schülerinnen und Schüler zu einer konkreten Auseinandersetzung mit den fachlichen Inhalten, Aufgaben, Themen- und Problemstellungen des Bildungsplans, damit sie ihre Kompetenzen entwickeln können.

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  • Was ist unter Handlungsfelder zu verstehen?

Handlungsfelder beschreiben lebensbedeutsame Situationen in denen Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, erproben und vertiefen. Jedem Handlungsfeld werden aus Bildungsbereichen und Fächern/Fächerverbünden Kompetenzen zugewiesen, Verbindlichkeiten werden beachtet. Der Sicherung des Schriftspracherwerbs, der Mathematik sowie fachspezifischer Kenntnisse und Fertigkeiten kommt bei der Konkretisierung eines Handlungsfeldes besondere Bedeutung zu. Handlungsfelder können für Lerngruppen wie z.B. Klassen, jahrgangsübergreifende Gruppen, Neigungsgruppen, eine Stufe, stufenübergreifende Gruppen und die ganze Schule beschrieben werden. Um das aktive Tätigsein der Schülerinnen und Schüler zum Ausdruck zu bringen, sollen Handlungsfelder auch aktiv formuliert sein.

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  • Wie wird ein Handlungsfeld entwickelt?

Handlungsfelder entstehen in einem Findungs- und Abstimmungsprozess im Schulkollegium. Weitere am Bildungs- und Erziehungsprozess Beteiligte wie z.B. Eltern, Schulsozialarbeiter, andere Institutionen, kommunale Partner etc. sollen dabei so weit wie möglich einbezogen werden. Grundlage für die Konkretisierung eines Handlungsfeldes sind die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, der Bildungsplan, Ergebnisse aus der Evaluation des Unterrichts, die Leistungsfeststellung, Themen aus dem Umfeld der Schule und aus aktuellen Ereignissen. Handlungsfelder orientieren sich inhaltlich und in ihrer Abfolge auch an der Jahresplanung einer Schule. Sie werden zunächst gesammelt, konkretisiert, dokumentiert, unterrichtlich initiiert und abschließend evaluiert.

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  • Wie leitet sich aus einem Handlungsfeld konkreter Unterricht ab?

Aus den in einem Handlungsfeld beschriebenen Kompetenzen werden in einem kooperativen Abstimmungsprozess Themen abgeleitet und Unterrichtsinhalte entwickelt. Die konkrete methodische und didaktische Planung von Unterricht sowie deren Umsetzung und Reflexion bleiben nach wie vor in der Verantwortung der Lehrkräfte.

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  • Wie kommt eine Schule zu ihrem Spiralcurriculum?

Handlungsfelder stehen innerhalb der Jahresplanung und über die Klassenstufen hinweg miteinander in Beziehung. Die aufeinander aufbauenden Handlungsfelder, Projekte und Kurse der einzelnen Fächer/Fächerverbünde ergeben den „spiraligen“ Aufbau des Curriculums der Schule.

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  • Wo findet man Beispiele für Handlungsfelder, Lehrgänge oder Kurse?

Beispiele aus der Praxis für Handlungsfelder und Kurse, die den Schulen als Impulse dienen können, finden Sie demnächst auf diesen Seiten.

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  • Kann Band I (Themenplan) des Bildungsplanes 1990 weiterhin verwendet werden?

Zentrales Anliegen des neuen Bildungsplanes Förderschule 2007 ist es, die Bildungsangebote von den zu entwickelnden Kompetenzen auf Schülerseite her zu denken. Um die dafür geeigneten Themen und Inhalte zu bearbeiten ist der Themenplan auch weiterhin eine Orientierungshilfe. Er kann für die Entwicklung und Gestaltung der Jahresplanung Schulcurricula benutzt werden.

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  • Bis wann soll der Bildungsplan Förderschule 2007 umgesetzt sein?

Der Bildungsplan ist Arbeitsgrundlage und Instrument kontinuierlicher Schulentwicklung. Dazu gehören die Weiterentwicklung von Handlungsfeldern und Kursen sowie die schrittweise Erarbeitung und Festlegung ihres Schulprofils.

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  • In welchem Zusammenhang stehen der Bildungsplan Förderschule 2007 und das Thema Evaluation?

Die Schulen sind nach §114 des Schulgesetzes vom Dezember 2006 zur regelmäßigen Bewertung ihrer Schul- und Unterrichtsqualität verpflichtet. Der Bildungsplan Förderschule bietet Hilfe zu einer konkreten Bestandsanalyse und ermöglicht ferner, Entwicklungsschwerpunkte zu präzisieren.

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  • Was ist unter Schulprofil zu verstehen?

Das Schulprofil bildet die Klammer um sämtliche curricularen, organisatorischen und strukturellen Maßnahmen und Programme der Einzelschule. Die übergeordneten Vorgaben wie beispielsweise Erziehungs- und Bildungsauftrag, pädagogische Leitideen, Leitbild der Schule und die lokalen Rahmenbedingungen werden berücksichtigt.

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  • Was ist unter Leitbild zu verstehen?

Im Leitbild legt eine Schule fest, was sie an übergeordneten Zielsetzungen erreichen will. Es ist auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schule abgestimmt; an ihm orientieren sich die konzeptionellen Aktivitäten der Schule.

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  • Was ist unter Schulkonzept (Schulprogramm) zu verstehen?

Gemeint sind alle organisatorischen und strukturellen Maßnahmen einer Schule, die für das Lernen und die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler relevant sind.

Beispiele: Organisation des Sonderpädagogischen Dienstes, Organisation der Zusammenarbeit mit Eltern, Gestaltung des Stundenplans, Organisation der Mittagsbetreuung, Kooperationen mit Grund- und Hauptschulen, Übergänge in berufsvorbereitende Einrichtungen, soziales Lernen, etc.

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  • Was ist ein Schulcurriculum?

Das Schulcurriculum umfasst die Festlegung aller unterrichtlichen Angebote sowie die Beschreibung des Ablaufes von Lehr- und Lernprozessen.

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  • Was ist ein Schulportfolio?

Im Einzelnen umfasst das Schulportfolio eine Beschreibung der Schule mit allen bedeutsamen statistischen Daten, die Organisation der Schule einschließlich der Jahresplanung, des Leitbildes, des Schulprogramms, des Schulcurriculums, Ergebnisse der Leistungsfeststellung, Verfahren und Ergebnisse der Selbstevaluation sowie Perspektiven der Weiterentwicklung.

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  • Wieso weist der Bildungsplan Förderschule 2007 eine Einteilung in Grund- und Hauptstufe aus?

Eine Gliederung nach Grundstufe und Hauptstufe erfolgte analog zu den allgemeinbildenden Schulen, um die Anschlussfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu sichern. Diese Gliederung ist ausschließlich für die curricular-inhaltliche Gestaltung von Unterricht bedeutsam. Wie sich die einzelne Schule nach innen organisiert, ist davon unabhängig und nicht vorgegeben.

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  • Wie ist die Leistungsfeststellung künftig geregelt?

Eine vergleichbare zentrale Regelung zur Leistungsfeststellung wie an allgemeinen Schulen in Form von Diagnose- und Vergleichsarbeiten ist für die Förderschule nicht vorgesehen. Derzeit entwickelt eine Arbeitsgruppe ein alternatives Instrument, mit dem auch an der Förderschule den beiden zentralen Anliegen der Leistungsfeststellung entsprochen werden kann. Ein Entscheid über die Form von Leistungsfeststellung und deren Durchführung an der Förderschule steht bisher noch aus.

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