Werkrealschule und Hauptschule
Der Bildungsplan 2010 Werkrealschule
Der Bildungsplan Werkrealschule wurde für die Klassen 5 bis 8 im Schuljahr 2010/2011 für alle Werkrealschulen und Hauptschulen eingeführt.
Der Bildungsplan 2004 für die Hauptschule/Werkrealschule hat derzeit noch Gültigkeit für die Schülerinnen und Schüler, die zum 01. August 2010 in die Klassenstufen 9 und 10 eingetreten sind.
Die ab Schuljahr 2012/13 für die Klassenstufe 10 geltenden neuen Rahmenbedingungen (Bildungsplan, Fächer, Fächerverbünde und Stundentafel) werden zeitnah eingestellt.
Das im Bildungsplan verankerte pädagogische Konzept der Werkrealschule
Das pädagogische Konzept des Bildungsplans 2010 Werkrealschule basiert auf folgenden Punkten:
· durchgängige individuelle Förderung in allen Klassenstufen
· onlinebasierte Lernstandserhebung in Deutsch und Mathematik in Klasse 5 und 6
· Einsatz von Pädagogischen Assistenten
· Berufswegeplanung ab Klasse 5 mit intensivierter Kooperation zwischen Schule und Betrieb
· Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen in Klasse 7
· zeitlich flexible Praktikumsphasen für alle Schülerinnen und Schüler
Folgende Bereiche wurden im Bildungsplan 2010 Werkrealschule angepasst:
Deutsch, Mathematik, Englisch
· Verzahnung von Bildungsstandards 2004 der bisherigen Hausptschule und der bisherigen Werkrealschule; der bisher separat ausgewiesene Zusatzunterricht ist im Bildungsplan 2010 Werkrealschule integriert
· Anpassung an die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) für den Mittleren Schulabschluss
· Kürzungen, wenn Bildungsstandards 2004 über KMK-Standards hinausgehen
Englisch
Die erfolgten Formulierungen der Kompetenzen und Inhalte orientieren sich am „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen“, der sechs Niveaustufen beschreibt.
Die Schülerinnen und Schüler haben grammatische Strukturen im Anfangsunterricht als lexikalische Einheiten kennengelernt und dabei zunächst ein hauptsächlich implizites Wissen über Grammatik erworben, das sich aus dem Repertoire der Sprachfunktionen individuell weiterentwickelt hat. Texte mit komplexerer Syntax und umfangreicherer Lexik erfordern in der Werkrealschule einen bewussten Umgang mit Grammatik, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf der Funktionalität liegt. Grammatik dient der auf Verständlichkeit gerichteten Realisierung von Sprachfunktionen (situative Grammatik). Deshalb wurde im Anhang zum Fach Englisch die Grammatische Kompetenz nochmals zusammengefasst dargestellt und gesondert ausgewiesen.
Fächerverbünde
Seit 2004 sind folgende Fächerverbünde eingeführt:
Der Fächerverbund Wirtschaft - Arbeit - Gesundheit (WAG) vermittelt eine wirtschaftliche, technische, haushalts- und gesundheitsbezogene Bildung zur Alltagsbewältigung, Berufsvorbereitung und zur verantwortungsbewussten Lebensgestaltung.
Im Fächerverbund Materie - Natur - Technik (MNT) werden naturwissenschaftliche Themen fächerübergreifend erteilt und mit technischen Fragestellungen verknüpft.
Der Fächerverbund Welt - Zeit - Gesellschaft (WZG) vermittelt grundlegende Kompetenzen im Bereich der Gesellschaftswissenschaften. Es verbindet dabei geschichtliche, geografische und gemeinschaftskundliche Bereiche miteinander.
Der Fächerverbund Musik - Sport - Gestalten (MSG) schult das Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögen sowie Fähigkeiten zu vielfältigen Bewegungs- und Ausdrucksformen.
Alle Pläne der Fächerverbünde von 2004 haben unverändert bis einschließlich Klasse 9 Gültigkeit.
Die Wahlpflichtfächer
Um die Schülerinnen und Schüler auf den Beruf vorzubereiten, können sie in der Klasse 8 aus den drei Wahlpflichtfächern „Natur und Technik“, „Wirtschaft und Informationstechnik“ und „Gesundheit und Soziales“ eines auswählen. Die Schülerinnen und Schüler orientieren sich dabei an den Ergebnissen der Kompetenzanalyse (Profil AC an Schulen).
Die Wahlpflichtfächer geben Einblicke in verschiedene Berufsfelder. In allen drei Wahlpflichtfächern werden für die Ausbildung wichtige Basisqualifikationen erworben.
Die Schülerinnen und Schüler lernen, künftige Herausforderungen in der Ausbildung und im privaten Alltag erfolgreich zu meistern.
Die Wahlpflichtfächer bieten in der vorliegenden Form in der Klassenstufe 8 und 9 ein nachhaltiges Konzept zur intensiven beruflichen Orientierung, das breiten Raum zur Gestaltung nach den schulischen Bedürfnissen ermöglicht. Die Wahlpflichtfächer intendieren eine Orientierung für die Ausbildungsentscheidung. Dieser Aspekt wird durch die Neuaufnahme bzw. Fortführung des Wahlpflichtfachs in Klasse 10 vertiefend aufgegriffen.
Ein Curriculum, das bei der Erarbeitung der Berufswegeplanung u.a. die Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen sowie die Wahlpflichtfächer und ein darauf aufbauendes individuelles Förderkonzept mit einbezieht, unterstützt die gezielte Hinführung zur Ausbildungsreife.
Das Wahlpflichtfach bereitet auf die berufsfachlichen und berufspraktischen Anforderungen der hauswirtschaftlich-pflegerischen Berufsfachschule vor. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit aktuellen Problemstellungen zu alltagsrelevanten und berufsbezogenen Themen alterstufengerecht auseinander. Die Jugendlichen bringen persönliche Erfahrungen und Interessen aus ihrem Umfeld ein und lernen, diese zu bewerten. Das Wahlpflichtfach "Gesundheit und Soziales" fördert das Interesse an der Arbeit und dem Umgang mit Menschen. Anliegen ist es, Neugier zu wecken auf Fragestellungen in sozialen, gesundheitlich-pflegerischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Das Wahlpflichtfach "Gesundheit und Soziales" dient der beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schüler mit Interesse an Aufgaben und Tätigkeiten in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Sozialwesen. Das Lernen erfolgt in den Arbeitsfeldern Schul- und Familienleben/Alltag, Fachräumen sowie in Einrichtungen, Betrieben und durch Realbegegnungen. Erste-Hilfe- und andere Kurse zu lebensrettenden Maßnahmen sind von entsprechend geschultem Fachpersonal durchzuführen. Sinnstiftende Kontexte ergeben sich aus den Themen:
Das Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales
Handlungsorientierende Leitidee
Durchgängiges Prinzip
Didaktische Intensionen
-Vorsorge und Pflege
-Ernährung und Bewegung
-Zusammenleben
-Nachhaltigkeit und Verbraucherbewusstsein
Die Zielsetzungen des Wahlpflichtfaches können auch in der eigenständigen, projektorientierten Planung und Durchführung von Veranstaltungen innerhalb und außerhalb des Schullebens verwirklicht werden. Beispiel hierfür sind Gesundheitstage, Seniorennachmittage, Kinderfeste und die Teilnahme an Wettbewerben.
Das Wahlpflichtfach Natur und Technik
Handlungsorientierende Leitidee
Das Wahlpflichtfach "Natur und Technik" soll bei unseren Schülern Interesse und Freude an den Naturwissenschaften und deren Anwendung in der Technik wecken.
In kreativer Auseinandersetzung mit Naturwissenschaft und Technik haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Neigungen und Fähigkeiten zu entwickeln und zu vertiefen.
Das Wahlpflichtfach "Natur und Technik" soll anschlussfähige Basiskompetenzen im Hinblick auf ein lebenslanges Lernen ermöglichen: der Unterricht in Natur und Technik bereitet die Jugendlichen auf eine selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Gestaltung von Tätigkeiten in Handwerk, Industrie, Land- und Forstwirtschaft vor.
Durchgängiges Prinzip
Die im Bildungsplan der Haupt- und Werkrealschule in den Fächerverbünden Materie-Natur-Technik und Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit zugrundeliegenden didaktischen Prinzipen und Leitgedanken werden fortgeführt.
Didaktische Intensionen
Ein mehrperspektivischer Zugang aus den Naturwissenschaften Chemie, Physik und Biologie und der Technik kennzeichnen das Unterrichtsfach. Das Lernen erfolgt in den Arbeitsfeldern Natur, Werkstatt und Labor sowie in Betrieben.
Sinnstiftende Kontexte ergeben sich aus den Themen:
-Kultur- und Lebensräume
-Bauen und Wohnen
-Chemie im Alltag
-Fahrzeuge und Antriebssysteme
Problem- und handlungsorientierte Unterrichtsverfahren stehen im Mittelpunkt. Naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen kommen bei der Lösung von Problemen zur Anwendung und werden durch entsprechende Methoden aus dem Bereich der Technik ergänzt. Das Lernen im Unterrichtsfach Natur und Technik findet im Sinne einer Anbahnung von Kompetenzen statt. Kompetenz ist ein Zusammenspiel von Wissen, Erkennen, Handeln und Bewerten. Dabei nimmt die Produktorientierung als Möglichkeit, anwendbares Wissen zu generieren, eine zentrale Rolle ein. Natur und Technik soll Naturwissenschaften für die Schüler an konkreten Produkten erfahr- und erlebbar machen.
Das Wahlpflichfach Wirtschaft und Informationstechnik
Handlungsorientierende Leitidee
Die Einbeziehung unterschiedlichster Kooperationspartner bzw. der Aufbau eines effektiven Netzwerkes an Partnern soll den Schülern Einblicke in realitätsnahe ökonomische Zusammenhänge ermöglichen.
Ökonomische und informationstechnische Inhalte bilden den Orientierungsrahmen für themenorientierte Projekte im Profilbereich Wirtschaft/Informationstechnik.
Der Unterricht befähigt Jugendliche zu einer selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Tätigkeit sowie zu einem ethisch reflektierten Urteil über ökonomische Sachverhalte.
Durchgängiges Prinzip
Ergänzend bzw. aufbauend auf den Inhalten des Bildungsplanes im Fächerverbund WAG - insbesondere innerhalb des Kompetenzfeldes Marktgeschehen - werden ökonomische Inhalte handlungsorientiert und praxisnah erworben.
Didaktische Intensionen
Das Wahlpflichtfach Wirtschaft und Informationstechnik dient der beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern mit Interesse an Aufgaben und Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich.
Das Lernen erfolgt in den Arbeitsfeldern Verwaltung und Verkauf, durch die Aneignung und Erweiterung der Kenntnisse im multimedialen Bereich sowie in Betrieben.
Sinnstiftende Kontexte ergeben sich aus den Themen:
-Verkauf und Marketing
-Konsum und Finanzen
-Unternehmen und Arbeit
Grundanliegen ist, die Neugier auf Fragestellungen in wirtschaftlichen Prozessen zu wecken. Die Schülerinnen und Schüler erproben ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in exemplarisch gewählten realen Handlungssituationen oder im simulativen Handeln und vergleichen diese mit den Anforderungen im Beruf.
Die Zielsetzungen des von Wirtschaft und Informationstechnik können auch in einer Schülerfirma verfolgt oder bei der projektorientierten Planung von Schulveranstaltungen verwirklicht werden.
Standards
Die Bildungsstandards wurden denen der Kultusministerkonferenz für den Mittleren Schulabschluss angepasst.
Curricula
Die Umsetzungsbeispiele für Curricula dienen als Vorschläge, die bei der Erstellung oder Weiterentwicklung eines schul- und fachspezifischen Curriculums ebenso hilfreich sein können wie bei der konkreten Planung des eigenen Unterrichts.
Curricula sind grundsätzlich keine abgeschlossenen Produkte, sondern sie befinden sich in einem dauernden Entwicklungsprozess, sind jeweils neuen Situationen vor Ort angepasst und müssen nach Erfahrungswerten fortgeschrieben werden. Sie sind stark an den Kontext der jeweiligen Schule gebunden und müssen auch dort jeweils auf die individuelle Klassensituation bezogen werden.
Download:
Bildungsplan 2010 Werkrealschule.pdf (Der Bildungsplan Werkrealschule gilt auch für die Hauptschule.)
Informationen zum Bildungsplan 2010 Werkrealschule finden Sie auch hier.

Der Bildungsplan kurz vorgestellt
Grundschule
Werkrealschule und Hauptschule



