Grundschule
Der Bildungsplan 2004 ist kompetenzorientiert angelegt. Die vorgegebenen Kompetenzen legen fest, was die Schülerinnen und Schüler am Ende der Klassen 2 und 4 können müssen.
Das im Bildungsplan verankerte pädagogische Konzept der Grundschule
Das pädagogische Konzept des Bildungsplans 2004 Grundschule basiert auf
-
durchgängiger individueller Förderung von Kindern in allen Klassenstufen
- Fremdsprache (Englisch oder Französisch) ab Klasse 1
- intensiver Kooperation mit den Kindertageseinrichtungen
- verlässlicher Grundschule mit der am Kind orientierten Rhythmisierung des Schulalltags
- der Einführung der Vergleichsarbeiten VERA in Deutsch und Mathematik in Klasse 3.
Prinzipien der Unterrichtsgestaltung
Im Mittelpunkt des Unterrichts steht das Kind mit seinem eigenen Erleben, seiner Wahrnehmung und seinen Fragen. Es wird darin unterstützt, sich mit der Welt forschend und kreativ auseinanderzusetzen, sie zu erkunden und sie sich anzueignen. Es lernt, sich Informationen und Materialien selbst zu beschaffen, um den eigenen Lernweg zu finden und ihn zu gehen. Gemeinsames Arbeiten in thematischen Einheiten stärkt die Teamfähigkeit und fördert soziale, personale und methodische Kompetenzen.
Durch die Präsentation eigener Unterrichtsergebnisse werden Kreativität und Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten gestärkt. Das Kind hat so die Möglichkeit, sich mit seiner ganzen Persönlichkeit im Lernprozess darzustellen.
Regelmäßige Lernstandsdiagnosen, die kontinuierliche Beobachtung der Kinder und die verbale Beschreibung der Kompetenzen helfen, ein jedes Kind differenziert wahrzunehmen und eine individuelle Förderung anzubieten.
Folgende Fächer und Fächerverbünde sind im Bildungsplan Grundschule verankert:
Religionslehre, Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen Englisch oder Französisch, Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" und Fächerverbund "Bewegung, Spiel und Sport".
Deutsch
Der Deutschunterricht ist integrativ angelegt und verbindet die vier Arbeitsbereiche Sprechen, Lesen, Schreiben, Sprachbewusstsein.
Lesepaten, Bibliotheksführerschein, verlässliche Vorlese- und Lesezeiten, verlässliche Schreib- und Erzählzeiten sind Bestandteile dieses Unterrichts, der die schöpferischen Kräfte der Kinder hervorrufen soll. Er geht stets von den Stärken und den Fähigkeiten der Kinder aus.
Bei der Rechtschreibung wird der Fokus neben der Hinführung zur normgerechten Schreibung, auch auf den Prozess des Schriftsprachenerwerbs gelegt.
Bis zum Ende von Klasse 2 und Klasse 4 stellt jedes Kind mindestens je ein Buch vor. Die Note dieser Buchpräsentation fließt in die Deutschnote mit ein.
Mathematik
Der Mathematikunterricht der Grundschule steht für aktiv-entdeckendes Lernen und für Freude am mathematischen Tun. Er ist fächerverbindend angelegt.
Denken und Lernen erfolgen durch handelnden Umgang mit Materialien der Umwelt und durch den Einsatz didaktisch ausgewählter Arbeitsmittel unter mathematischen Fragestellungen. Die Kinder setzen sich mit Situationen ihrer Lebenswelt auseinander und finden darin authentische Fragen und Probleme.
Ziel des Mathematikunterrichts ist der Aufbau einer kreativen Denk, Lern- und Arbeitshaltung der Kinder. Mithilfe der mathematischen Sprache lernen sie Problemstellungen zu strukturieren und auf unterschiedlichen Wegen zu lösen.
Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur"
Der Fächerverbund vernetzt den früheren Fächerverbund Heimat- und Sachunterricht und die Fächer Musik, Bildende Kunst und Textilem Werken und beinhaltet darüber hinaus philosophische Zugangsweisen. Der Uunterricht wird themenorientiert gestaltet, wobei die einzelnen Fachanteile unterschiedlich zusammengesetzt und gewichtet sein können.
Der Fächerverbund eröffnet Chancen für einen anwendungs- und problemorientierten, aktiv - entdeckenden und kreativen Unterricht, der die verlässliche Musikpflege als elementaren Bestandteil hat.
Für jede Schülerin und jeden Schüler ist mindestens eine Projektpräsentation am Ende der Eingangsstufe und im ersten Halbjahr des 4. Schuljahres verbindlich. Dazu sind vielfältige Darstellungsformen möglich wie Lerntagebuch, mündliche Berichte, darstellendes Spiel, Ausstellungen und Aufführungen.
Die Leistungen im Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" werden im Schulbericht der Klassenstufe 1 und 2 verbal beschrieben. Im 3. und 4. Schuljahr wird eine Ziffernnote erteilt, die bezüglich besonderer fachlicher Leistungen verbal ergänzt werden kann.
Fremdsprachen: Englisch, Französisch
Die Grundschulfremdsprachen Englisch oder Französisch zielen auf die Anbahnung einer frühen Fremdsprachigkeit und die Entwicklung einer individuellen Sprachlernkompetenz ab. Dies wird als Schlüsselqualifikation verstanden eine nachhaltige Motivation für das lebenslangen Erlernen von Fremdsprachen zu entwicklen.
Das natürliche Interesse und die Freude der Kinder an Sprache und Kommunikation werden aufgegriffen, Sprachlernstrategien entwickelt und ein Sprachbewusstsein für die Fremdsprache aufgebaut. Mit dem 3. Schuljahr werden die Kinder behutsam an das Lesen und Schreiben in der Fremdsprache herangeführt. Dennoch liegt der Schwerpunkt des Unterrichts weiterhin auf der Erlangung von Sprechkompetenz, Interaktionsfähigkeit und Sprachlernkompetenz.
Der Fremdsprachenunterricht erfolgt in kindgemäß rhythmisierten Unterrichtssequenzen, in denen fächerübergreifende Aspekte Berücksichtigung finden. In einem auf Interaktion beruhenden Unterricht erfolgt ein kreativer Umgang mit der Fremdsprache. Das vom Kind selbst ausgehende sprachliche Reflexionsvermögen wird dabei angeregt und vertiefend weitergeführt.
Ab Klasse 3 erhalten die Schülerinnen und Schüler in der Fremdsprache eine Note. Zur Leistungsmessung werden jedoch keine schriftlichen Arbeiten im Sinne von Prüfungssituationen angefertigt und bewertet. Die Notenfindung geschieht überwiegend durch die regelmäßige Beobachtung der Schülerleistung und der individuellen Lernfortschritte über das Schuljahr hinweg und ist vergleichbar mit der Gewinnung einer fundierten mündlichen Note in den anderen Fächern.
Mit dem Sprachenportfolio, das eingebettet ist in ein Gesamtportfolio Grundschule, sollen die vom Kind selbst beobachteten Lernfortschritte, die Entwicklung seiner Lernmotivation und die sich individuell ausprägenden Sprachlernstrategien dokumentiert und selbstständig bewertet werden.
Fächrverbund "Bewegung, Spiel und Sport"
Der Fächerverbund "Bewegung, Spiel und Sport" setzt ein deutliches Signal, dass neben dem Sportunterricht Bewegungszeiten in Aktivpausen und im Klassenzimmer anboten werden.. Bewegung ist ein grundlegendes Prinzip jeglichen Lernens. Ein Grundschulkind erschließt sich über Bewegung und Wahrnehmung die Lebenswelt mit allen Sinnen. Nur so kann es Gelerntes tatsächlich verstehen. Bewegung ist deshalb auch ein Lern- und Unterrichtsprinzip für Deutsch, Mathematik, den Fächerverbund, die Fremdsprachen und Religion.
Religionslehre
Im Mittelpunkt des Religionsunterrichts steht das Kind mit seiner Frage nach Gott. Kinder kommen mit je eigenem Vorwissen und Erfahrungen in die Grundschule. Im Religionsunterricht geht es nicht um Wissen und Können, sondern um Wahrnehmen, Staunen, Fragen, Verstehen, Achten. Es werden - wie in anderen Fächern auch - Kompetenzen erworben, ausgebaut und gefestigt. Kooperationsmöglichkeiten bestehen zwischen evangelischer und katholischer Religionslehre, darüber hinaus mit anderen Fächern sowie dem Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur".
Download zum Thema

Der Bildungsplan kurz vorgestellt
Grundschule
Werkrealschule und Hauptschule
Bildungsplan Grundschule.pdf



